Förderbetrag für Tierschutzverein Welzheim und Umgebung wird erhöht

Die Stadt Welzheim hat am 11. November beschlossen die Förderung des Tierschutzverein Welzheim und Umgebung zu erhöhen.

Hier nun die Eckdaten, weiter unten befindet sich die gesamte Sitzungsvorlage der Stadt Welzheim:

– Welzheim und Kaisersbach leisten bislang auf der Basis eines Einwohnerschlüssels einen jährlichen Zuschuss von 0.20 € pro Einwohner

– Der kommunale Zuschuss wird rückwirkend ab 01.01.2014 auf 0,40 €/Einwohner angehoben.

– Duch die Anhebung von 0,20 € auf 0,40€, verdoppelt sich die kommunale Förderung auf rund 8.000 € jährlich.

– Für 2014 ist ebenfalls ein deutliches Minus beim Tierschutzverein  zu erwarten.

– Die Situation wurde gemeinsam analysiert und die weiteren notwendigen Schritte festgelegt, die zu einer Konsolidierung führen sollen.

Sitzungsvorlage für den Gemeinderat:

Förderung Tierschutzverein Welzheim und Umgebung

Der Tierschutzverein Welzheim und Umgebung (TSV) leistet seit vielen Jahren mit großem ehrenamtlichen Engagement eine wichtige Aufgabe für den Tierschutz. Gleichzeitig nimmt er damit auch Aufgaben wahr, deren Erledigung im Bereich der Fundtiere und herrenloser Tiere originär vom Gesetzgeber den Kommunen zugewiesen ist. Diese Arbeit gestaltet sich immer umfangreicher, damit auch zeit- und kostenintensiver. Die bisherige Förderung der Kommunen soll daher „entsprechend angepasst werden.

Beschlussvorschlag:

Von der Arbeit und der aktuellen Situation des Tierschutzvereins wird Kenntnis genommen. Durch Ergänzungen im strukturellen, administrativen und personellem Bereich soll die Arbeit auf weitere ehrenamtliche Schultern verteilt werden. Der kommunale Zuschuss wird rückwirkend ab 01.01.2014 auf 0,40 €/Einwohner angehoben. Seitens der Kommunen ist darüber hinaus im Einzelfall gegen Nachweis durch Offenlegung die Übernahme etwaiger nicht anderweitig gedeckter jährlicher Betriebskostenabmangel nach dem Einwohnerschlüssel zu prüfen.

 

Großes ehrenamtliches Engagement für den Tierschutz

Der TSV ist seit vielen Jahren mit seinen ehrenamtlich Aktiven im vielfältigen Bereich des Tierschutzes überaus aktiv und an 365 Tagen im Jahr rufbereit und im Einsatz. Dadurch leistet der Verein einerseits einen ganz wichtigen Beitrag zum Schutze aller Kreaturen und andererseits werden dadurch auch unmittelbar öffentliche Aufgaben erfüllt. Geschätzt werden durchschnittlich pro Jahr rund 60 bis 80 Katzen, etwa zehn Hunde und bis zu dreißig sonstige Tiere, wie z. B Igel, Vögel, Rehkitze, Hasen, Schildkröten seitens des TSV in irgendeiner Form betreut, gepflegt und bei Bedarf auch einer tierärztlichen Untersuchung zugeführt. Gerade für letzteres entstehen zum Teil ganz erhebliche Kosten.

Gesetzliche zuständigkeit der Kommunen für Fundtiere und herrenlose ‘Tiere

Die Kommunen sind gesetzlich verpflichtet. Fundtiere und herrenlose Tiere entgegenzunehmen bzw. aufzugreifen und entsprechend unterzubringen. Dies geschieht andernorts in der Regel durch die Weitergabe an ein Tierheim oder eine Tierauffangstation gegen Kostenersatz. Ferner hat die Kommune auch die Kosten für notwendige tierärztliche Behandlungen zu tragen Diese originäre kommunale Aufgabe wird fast ausschließlich und umfassend durch den Tierschutzverein für die drei Gemeinden Welzheim, Kaisersbach und Alfdorf übernommen. d h. die Tiere werden vom TSV entgegengenommen, aufgegriffen, an Pflege stellen weitergegeben, soweit erforderlich tierärztliche Versorgung organisiert und bezahlt, die Trete weitervermittelt und vieles andere mehr. Dieses große ehrenamtliche Engagement sorgt einerseits deutlich für eine schlanke Kostenstruktur, andererseits für eine Qualität auf einen Umfang im Tierschutz über die gemeindliche (hauptamtliche) Leistungsfähigkeit hinaus.

Welzheim und Kaisersbach leisten bislang auf der Basis eines Einwohnerschlüssels einen jährlichen Zuschuss von 0.20 € pro Einwohner, Alfdorf hat den tatsächlich entstandenen Aufwand erstattet angesichts des zunehmenden Umfangs der Aufgaben und der daraus resultierenden Kosten ist dies nicht mehr ausreichend. Dies ergibt sich auch im Blick auf die finanzielle Situation des Vereins in den vergangenen drei Jahren, zumal, seit dem Jahr 2011, größere Erbschaften und Spenden (rund 20.000 €) ausbleiben.

2011 Ausgaben 19.996,23 €

Einnahmen 35.537,36 €

Ergebnis: plus 15.401,13 €

 

2012 Ausgaben 23.880,79 €

Einnahmen 7.716,82 €

Ergebnis: minus 16.363,97 €

 

2013 Ausgaben 14.102,86 €

Einnahmen 12.402,33 €

Ergebnis: minus 1.700,53 €

Für 2014 ist ebenfalls ein deutliches Minus zu erwarten. In einem Gespräch der drei Verwaltungen mit den Verantwortlichen des Tierschutzvereine wurde daher die Situation analysiert und die weiteren notwendigen Schritte festgelegt, die zu einer Konsolidierung führen sollen. Dies sind u. a.

I Stärkung des ehrenamtlichen Engagements durch administrative und personelle Unterstützung der Arbeit, d. h. seitens des Vereins und der Kommunen werden Personen zur Mitarbeit kontaktiert und motiviert

I Neustrukturierung von internen Abläufen und Zuständigkeiten

I permanente Einwerbung von Spenden und Unterstützungen für den Tierschutzverein

I weitergehende kommunale Förderung

Erhöhung kommunaler Zuschüsse

Welzheim und Kaisersbach leisten aktuell einen Zuschuss von 0,20 € pro Einwohner, Alfdorf erstattet den tatsächlichen Aufwand. dies entspricht einem jährlichen Zuschuss von zusammen ca. 3.600 €. Diese Förderung ist nicht mehr auskömmlich. Anfang des Jahres wurde innerhalb des Kreises eine Umfrage durchgeführt zur Höhe der Förderung der Kommunen für die Tier- schutzvereine. Hierbei ergab sich ein recht differenziertes Bild, die Zuschüsse lagen zwischen 3.10 € und 0,60 € pro Einwohner.

Mitte des Jahres wurde im Bereich des Tierschutzvereins Schorndorf, mit dem die Stadt Schorndorf und die Gemeinden Winterbach, Urbach, Plüderhausen und Rudersberg kooperieren, ein förderbetrag von 0,40 € pro Einwohner festgelegt. Eine Erhöhung auf diesen Betrag halten auch die drei Gemeindeverwaltungen für angemessen, dadurch verdoppelt sich die kommunale Förderung auf rund 8.000 € jährlich.

Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass auch weiterhin besondere Situationen und Einzelfälle Kostendefizite entstehen lassen. Beispielsweise wurde aktuell der Tierschutzverein zu einem Fall gerufen bei dem es galt, 20 Katzen auf einmal unterzubringen und auch tierärztlich zu versorgen.

Aus diesem Grund wird weiter vorgeschlagen, neben der Regelförderung, gegen Nachweis durch Rechnungsoffenlegung, zusätzlich die Übernahme anstehender jährlicher Betriebskostenabmängel nach dem vorgenannten Einwohnerschlüssel seitens der Kommunen zu prüfen.

Quelle:  Öffentliche Sitzungsvorlage Nr. 71/2014

AZ: 108.88

Internetseite des TSV Welzheim: http://tierschutz-welzheim.de/

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